07.04.2026

INES kündigt erneute Marktabfrage zu Wasserstoffspeichern an

Die Initiative Energien Speichern e.V. (INES) führt 2026 erneut die Marktabfrage „Market Assessment for Hydrogen Storage“ (MAHS) durch. Ziel ist es, die zukünftigen Bedarfe an Wasserstoffspeicherkapazitäten zu ermitteln und eine belastbare Grundlage für Investitionsentscheidungen zu schaffen. Unternehmen können ihre Anforderungen aktiv einbringen und so zur bedarfsgerechten Entwicklung eines wettbewerblichen Wasserstoffspeichermarktes beitragen.

Die Initiative Energien Speichern e.V. (INES) wird vom 14. April bis zum 5. Juni 2026 erneut eine Marktabfrage zu den Bedarfsstrukturen für Wasserstoffspeicher (Market Assessment for Hydrogen Storage, MAHS) durchführen. Nach der erstmaligen Durchführung im Jahr 2024 etabliert INES die MAHS als zentrales Instrument zur Ermittlung des marktwirtschaftlichen Bedarfs an Wasserstoffspeicherkapazitäten in Deutschland.

Die Marktabfrage richtet sich an Unternehmen, die künftig Wasserstoff speichern möchten. Ziel ist es, eine fundierte, bundesweite Datengrundlage zu schaffen, um den konkreten Bedarf an Wasserstoffspeicherkapazitäten sowie die Anforderungen an Speicherkapazitäten zu ermitteln.

Bereits mit der ersten MAHS im Jahr 2024 hatte INES eine gebündelte Marktabfrage initiiert, um den Speicherbetreibern eine gemeinsame Grundlage zur Erfüllung regulatorischer Anforderungen zu bieten. Mit der erneuten Durchführung im Jahr 2026 wird dieser Ansatz weiterentwickelt und an die aktuellen Marktbedingungen angepasst.

WEITERENTWICKLUNG DER MAHS AUF BASIS AKTUELLER MARKTENTWICKLUNGEN

Seit der ersten Marktabfrage haben sich Markt und regulatorischer Rahmen für Wasserstoff deutlich weiterentwickelt. Wasserstoff wird eine zentrale Rolle im zukünftigen Energiesystem einnehmen – insbesondere für die Integration erneuerbarer Energien, die Gewährleistung von Versorgungssicherheit sowie die Dekarbonisierung von Industrie.

Entsprechend zeigen bisherige Szenarien einen erheblichen Bedarf an Wasserstoffspeichern: Für das Jahr 2045 wird ein Bedarf von bis zu 80 TWh allein in Deutschland erwartet. Die MAHS 2026 ergänzt diese Top-Down-Szenarien durch eine erneut marktorientierte Bottom-Up-Analyse.

Im Vergleich zur ersten Durchführung wurde die MAHS 2026 konzeptionell erweitert. Erstmals werden auch die Entwicklungen der letzten zwei Jahre abgefragt, um Veränderungen im Marktumfeld sowie bei den Bedarfen der Unternehmen systematisch zu erfassen. Zudem wurden die Abfragestrukturen weiter differenziert, um genauere Aussagen zu Speicherbedarf, Wasserstoffaufkommen und -verwendung zu ermöglichen.

BEITRAG ZUR ENTWICKLUNG EINES MARKTBASIERTEN WASSERSTOFFSPEICHERMARKTES

Für die Entwicklung von Wasserstoffspeichern ist es für Speicherbetreiber entscheidend, die konkreten Bedarfe und Anforderungen der zukünftigen Nutzer zu kennen. Die MAHS liefert hierfür eine zentrale Datengrundlage. Die Ergebnisse werden – anonymisiert und aggregiert – den Speicherbetreibern, Ministerien und Regulierungsbehörden zur Verfügung gestellt.

Wie bereits 2024 dient die MAHS auch der Umsetzung europäischer Vorgaben: Speicherbetreiber sind gemäß Artikel 9 der EU-Verordnung (2024/1789) über die Binnenmärkte für erneuerbares Gas, Erdgas sowie Wasserstoff verpflichtet, regelmäßig Marktbewertungen für Investitionen in Speicher für erneuerbare und kohlenstoffarme Gase durchzuführen. INES unterstützt mit der MAHS eine koordinierte und effiziente Umsetzung dieser Anforderungen auf nationaler Ebene.

Darüber hinaus unterstützt die MAHS die politischen Entscheidungsträger bei der Ausgestaltung des Markt- und Regulierungsrahmens, um die Entwicklung von Wasserstoffspeichern zu unterstützen. Bislang fehlt den Betreibern ausreichende Planungs- und Investitionssicherheit, um die notwendigen Wasserstoffspeicherkapazitäten zu entwickeln. Im Rahmen des Netzentwicklungsplans Gas und Wasserstoff kann ein Aufgreifen der Ergebnisse der INES-MAHS für verbesserte Planungssicherheit sorgen.

BREITE BETEILIGUNG UND TRANSPARENTE DURCHFÜHRUNG

Die Teilnahme an der MAHS ist freiwillig und richtet sich an Unternehmen aus dem In- und Ausland. Die Marktabfrage wird webbasiert über die INES-Website durchgeführt und steht sowohl in deutscher als auch in englischer Sprache zur Verfügung.

Um eine möglichst hohe Beteiligung und belastbare Ergebnisse zu erzielen, wird INES die Marktabfrage breit kommunizieren und durch verschiedene Maßnahmen begleiten, darunter ein

Webinar am 22. April 2026 ab 11:00 Uhr

zur Erläuterung der Inhalte und Fragestellungen.

 

Zur Ankündigung der erneuten Durchführung der MAHS 2026, erklärt Sebastian Heinermann, Geschäftsführer von INES:

„Mit der erneuten Durchführung der MAHS schaffen wir Transparenz über die Speicherbedarfe im entstehenden Wasserstoffmarkt. Die Ergebnisse sind für Speicherbetreiber eine wichtige Grundlage für Investitionsentscheidungen und helfen, Wasserstoffspeicher bedarfsgerecht und wettbewerbsorientiert zu entwickeln. Gleichzeitig geben wir potenziellen Nutzern von Wasserstoffspeichern die Möglichkeit, ihre Anforderungen frühzeitig einzubringen. Ihre Bedarfsmeldungen leisten einen entscheidenden Beitrag dazu, das künftige Speicherangebot passgenau auszurichten.“

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