
05.11.2026
Aktualisierte DBI-Studie „Wasserstoff speichern – so viel ist sicher 2.0“: Deutschland benötigt bis 2045 Wasserstoffspeicher mit einer Kapazität von 94,6 TWh. Dafür müssen bestehende Erdgasspeicher umgestellt und neue Wasserstoffspeicher parallel errichtet werden. Die erforderlichen Investitionen belaufen sich auf rund 56 Milliarden Euro. Angesichts langer Entwicklungszeiten drängt die Zeit.
Der Aufbau der Wasserstoffspeicherinfrastruktur in Deutschland erfordert früher einen Neubau von Wasserstoffspeichern und höhere Investitionen als bislang angenommen. Das zeigt die aktualisierte Studie „Wasserstoff speichern – so viel ist sicher 2.0“, die die DBI Gas- und Umwelttechnik GmbH im Auftrag der Initiative Energien Speichern e. V. (INES) erstellt hat. Zentrales Ergebnis: Die Umstellung bestehender Gasspeicher und der Neubau zusätzlicher Wasserstoffspeicher müssen parallel erfolgen.
Die Studie modelliert die Transformationspfade der deutschen Gasspeicher auf Grundlage aktualisierter energiewirtschaftlicher Annahmen sowie neuer technischer und wirtschaftlicher Erkenntnisse. Ausgangspunkt ist ein Szenario in Anlehnung an das aktuellste Langfristszenario „O45-Strom“, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz in der letzten Legislaturperiode veröffentlicht wurde.
Nach den Berechnungen können durch die Umstellung von 26 Kavernen- und zwei Porenspeichern insgesamt 35,7 TWh Wasserstoffspeicherkapazität bereitgestellt werden. Das entspricht rund 38 Prozent des für 2045 angenommenen Speicherbedarfs von 94,6 TWh. Die verbleibenden 59,5 TWh müssen durch den Neubau von 49 Wasserstoff-Kavernenspeichern geschaffen werden.
Neubau von Speichern müsste bereits begonnen haben
Die Studie verdeutlicht den erheblichen Zeitdruck: Während die Umstellung bestehender Erdgasspeicher rund sieben Jahre dauert, sind für den Neubau von Wasserstoff-Kavernenspeichern bis zu zehn Jahre erforderlich. Um die in den Langfristszenarien angenommenen Speicherbedarfe rechtzeitig zu decken, hätten erste Neubauprojekte bereits angestoßen werden müssen. Weitere Verzögerungen gefährden dementsprechend den notwendigen Speicherhochlauf.
Investitionsbedarf von rund 56 Milliarden Euro
Auch die wirtschaftlichen Herausforderungen sind erheblich größer als bisher angenommen. Für die Umstellung bestehender Speicher werden bis 2045 rund 18 Milliarden Euro benötigt. Weitere 37,6 Milliarden Euro entfallen auf den Neubau. Insgesamt beziffert die Studie den Investitionsbedarf auf rund 56 Milliarden Euro.
INES fordert gezielte Förderung des Wasserstoffspeicherhochlaufs
Aus Sicht von INES unterstreichen die Studienergebnisse die Notwendigkeit, den Aufbau von Wasserstoffspeichern politisch deutlich stärker in den Fokus zu rücken. Um Investitionen in die benötigte Infrastruktur zu ermöglichen, spricht sich INES für eine gezielte Förderung von Wasserstoffspeichern durch Differenzverträge aus, um so die wirtschaftlichen Risiken in der Hochlaufphase begrenzen und Investitionssicherheit schaffen können.
„Die aktualisierte DBI-Studie zeigt: Die technischen Möglichkeiten für die Transformation der Speicherinfrastruktur sind vorhanden. Entscheidend ist nun, zeitnah einen Förderrahmen für Wasserstoffspeicher zu schaffen, damit in die erforderlichen Projekte investiert und deren Umsetzung vorangetrieben werden kann. Angesichts der langen Entwicklungszeiten ist weiteres Abwarten keine Option“, erklärt Sebastian Heinermann, Geschäftsführer von INES.
Die vollständige Studie „Wasserstoff speichern – so viel ist sicher 2.0“ steht ab sofort hier zum Abruf bereit.